Dieser Artikel fordert die Akteure der Offenen Kinder- und Jugendarbeit heraus: Wird Jugendarbeit in erster Linie als Instrument von Sozialpolitik, Sicherheitspolitik und einer auf Optimierung des Humankapitals ausgerichteten Bildungspolitik beansprucht – unter Mitwirkung „Ihrer“ Fachkräfte?
Jugendliche haben weniger Zeit und unterliegen heute neuen Formen sozialer Kontrolle. Freiräume, um sich auszuprobieren, werden seltener. Die Offene Kinder- und Jugendarbeit reagiert darauf. Der Autor macht deutlich, wie wichtig es ist, dass es „Offene Bereiche“ in den Einrichtungen gibt, die von pädagogischer Seite wenig vordefiniert werden.
Folgender Beitrag ist von unserem Bildunsgreferenten Christopher Roch für die Zeitschrift THEMA JUGEND der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NW e.V. verfasst worden.
„Durch die Erziehung sollen soziale und individuelle Fähigkeiten vermittelt werden, die zum kritischen und selbstständigen Denken und Handeln führen. Dadurch sollen Kinder und Jugendliche in die Lage versetzt werden, gesellschaftliche Wirklichkeit zu erfassen, zu durchschauen und mitzugestalten sowie Möglichkeiten gesellschaftlicher Veränderung zu erkennen“, heißt es im Praragraphen 3 a der Satzung.
Der ABA Fachverband sieht sich in Übereinstimmung mit dem jugendpolitischen Grundverständnis des Landes NRW.
Versicherungsträger, PolitikerInnen und Aufsichtspflichtige sind in der Regel bemüht, Situationen für Kinder und Jugendliche „risikofrei“ zu gestalten. Dieses Bemühen läuft vielfach ins Leere. Junge Menschen sind häufig dann am stärksten gefährdet, wenn Behütung und Aufsicht überspannt werden.
Risikofreies Leben ist eine nicht erreichbare Utopie. Leben sicher zu gestalten, geht nicht selten mit eigenen Unsicherheiten von PädagogInnen, PlanerInnen, SicherheitsexpertInnen und PolitikerInnen einher und führt in der Praxis von Pädagogik und Planung zu bisweilen kuriosen Erscheinungen. Langjährige Erfahrungen „gefährlicher Einrichtungen“, wie z.B. von Abenteuerspielplätzen, sowie entsprechende Untersuchungen belegen, dass der Gefährdungsgrad für junge Menschen sinkt, je gezielter und bewusster sich diese mit Risiken vertraut machen können.
Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Jugendbildung, wie sie im Kinder- und Jugendhilfegesetz (1) beschrieben wird. Sie befähigt Kinder und Jugendliche zur Selbstbestimmung und ermöglicht jungen Menschen gesellschaftliche Mitveranwortung. Ebenso regt sie das soziale Engagement der Heranwachsenden an. Wie vor dem Hintergrund gesetzlicher Grundlagen aufgezeigt werden kann (2), handelt es sich bei der Offenen Kinder- und Jugendarbeit keineswegs – wie immer wieder behauptet – um eine „freiwillige Leistung“, sondern um eine pflichtige Aufgabe. Ebenso ergeben sich aus den gesetzlichen Vorgaben ihre wichtigste Ziele und ihr fachliches Selbstverständnis, nämlich
Emanzipation
Partizipation
Integration
Dieser Paradigmenwechsel in der Kinder- und Jugendarbeit wurde 1990 durch den 8. Jugendbericht der Bundesregierung beschrieben. Hinzu kam seinerzeit ebenso der Aspekt der Prävention; dieser allerdings wird durch die rechtliche Grundlage der Arbeit, wie sie dem § 11 SGB VIII zu entnehmen ist, nicht bestätigt. Eine qualitativ hochwertige Kinder- und Jugendarbeit wirkt per se präventiv, ohne dass dies betont werden muss. Eine Überbetonung dieses Aspekts läuft nicht selten Gefahr, junge Menschen in ihrem Recht auf Entwicklung zu einer eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit (3) zu behindern. Ebenso wird unter Umständen ihr Recht in Frage gestellt, dass die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen an den Interessen junger Menschen anzuknüpfen habe und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden soll, um sie dabei zu unterstützen, Selbstbestimmungsfähigkeiten zu erwerben sowie gesellschaftliche Mitverantwortung und soziales Engagement zu stimulieren. (4) Eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Thematik liefert Prof. Dr. Benedikt Sturzenhecker in seinem Beitrag „Prävention ist keine Jugendarbeit“. (5)
Einstellung des Interkulturellen Menschenrechtekalenders
Schweren Herzens haben wir uns dazu entschieden, die Herausgabe des Interkulturellen Menschrechtekalenders einzustellen. Im Zuge der Digitalisierung wurde es immer schwieriger, eine hinreichende Anzahl an Abnehmer_innen für unseren Papierkalender zu finden. Daher wird es für das Jahr 2022 keinen neuen Kalender mehr geben.
Wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei allen, die unseren Kalender tatkräftig unterstützt haben, sei es durch den Kauf als auch durch eigene Kalender-Beiträge und vielerlei Anregungen, die sehr wertvoll für uns waren.
Empfehlung des ABA Fachverbandes Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Zum zweiten Mal gilt ab dem 17. Februar 2006 wieder eine Stallpflicht für Geflügel, nachdem bei verendeten Wildvögeln in Deutschland auch erstmalig die Vogelgrippe festgestellt wurde. Diese wird ausgelöst durch das Virus H5N1. Als besondere Gefahr wird gefürchtet, dass sich das H5N1 mit anderen Grippeviren verbinden und so ein neues „Super-Virus“ entstehen könnte. Dies wiederum könnte zu einer Epidemie führen, die imstande wäre, ganze Länder oder gar Erdteile zu befallen. Wir hätten es dann mit einer Pandemie zu tun.
Trotz des möglicherweise geringen Risikos empfiehlt der ABA Fachverband, sich unbedingt an die Stallpflicht zu halten. Alternativ können Vögel in einer überdachten Voliere untergebracht werden. Die Überdachung darf nicht mit der Voliere enden, sondern muss überstehen. Damit soll verhindert werden, dass der zufällig von infizierten Zugvögeln abgeworfene Kot in das Gehege geraten kann.
Das Auftreten der Vogelgrippe auf Rügen, von der bislang nur Wildvögel betroffen waren, macht deutlich, dass sich ein mögliches Risiko unbemerkt eröffnen kann. Bei den verendeten Vögeln auf Rügen handelte es sich zuerst nicht um Zugvögel. Sie müssen demnach in irgendeiner Weise mit Zugvögeln in Kontakt gekommen sein. Dies kann etwa in der Form geschehen, dass Kot von Zugvögeln in das Wasser gefallen ist, aus dem die später infizierten Tiere anschließend getrunken haben.
Wir stellen fest:
Das tägliche Ausmisten und Reinigen der Ställe bindet unverhältnismäßig viel Arbeitskraft.
Durch das Abkoten in den Ställen unterliegen diese einer wesentlich höheren Abnutzung.
Die Tiere werden durch das langfristige Wegsperren in auf Dauer unverantwortlicher Weise gestresst und neurotisiert.
Die Kosten für Einstreu und anderes Material sind deutlich höher als üblich.
Tierheime lehnen die Aufnahme von Geflügel ab.
Fazit: Bei weiter andauernder Belastung steht die Geflügelhaltung in der pädagogischen Arbeit in keinem vertretbaren Verhältnis mehr zu ihrem bisher unbestrittenen Nutzen.
Da damit zu rechnen ist, dass die Vogelgrippe einstweilen zum Alltag gehören wird, sollte infolgedessen überlegt werden, Geflügel bis auf Weiteres abzuschaffen. Es kann versucht werden, Hühner, Enten, Gänse, Puten usw. abzugeben, zum Beispiel an Landwirte. Unter Umständen muss auch über Schlachten nachgedacht werden, nicht über das so genannte Keulen, was in der Regel erst dann praktiziert ist, wenn die Seuche bereits ist größerem Maße ausgebrochen ist.
Szenario: Vögel in einer pädagogischen Einrichtung infizieren sich unverhofft. Da diese Tiere meistunmittelbare Kontakte zu Kindern haben, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich ein Kind ansteckt, das bereits grippal infiziert ist, eine Influenza also in sich trägt. Folgt man den geäußerten Erkenntnissen der Virologen, könnte dies Folgen haben, die kaum auszudenken sind. Nicht auszuschließen, dass eine Einrichtung, in der dies passierte, erhebliche Probleme wegen fahrlässigen bzw. gar grob fahrlässigen Verhaltens bekäme.
ABA Fachverband Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
Hilfreicher Text von Tarik Ahmia und Wolfgang Löhr aus der „taz“ vom 22. Februar 2006: Keine Panik! Text herunterladen
Muss ich mein Ei jetzt hart kochen? Was Sie schon immer über die drohende Vogelgrippe wissen wollten: Wie gefährlich ist dieses Virus? Darf ich noch nach Asien reisen? Keine Panik, hier sind sie: die häufigsten Fragen und wichtigsten Antworten von Nick Reimer – veröffentlicht in der „taz“ vom 19. Oktober 2005. Text herunterladen
„Du lehntest dich auf meinen Arm, wir träumten ohn‘ Ermessen. Die Menschen all im Lärm der Welt, die hatten wir vergessen.“
Detlev von Liliencron: Festnacht und Frühgang
Wie selbst der TÜV inzwischen einräumt – dabei beruft er sich auf ein Gutachten des Landesgesundheitsamtes Stuttgart, das bereits aus dem Jahr 1974 resultiert –, ist ein regelmäßiger Sandaustausch nicht sinnvoll. Es liegen auch keine neueren Erkenntnisse vor, die dieses modifizieren würden. …
Das freie Kinderspiel draußen auf der Straße oder in der Natur ist aus dem Alltag fast ganz verschwunden; zu Unrecht, denn es stärkt wesentliche Kompetenzen der Kinder. Das freie Kinderspiel draußen war bis in die siebziger Jahre hinein für die meisten Kinder und Eltern selbstverständlicher Teil der Kindheit. Heute wird Spiel von vielen Eltern fast nur noch in der Bedeutung „Sport“ oder „Lernen“ wahrgenommen.
Als Ursachen werden häufig angeführt:
Verlust der freien Räume (Straßenverkehr, Bebauung)
übertriebener Medienkonsum
Unsicherheit im öffentlichen Raum.
Dieser Entwicklung will das Projekt „Dortmund spielt draußen“ entgegenwirken.
Das Projekt „United We Come Together“ erwächst aus dem erfolgreichen Medien- und Musikprojekt „United We Change“ sowie “United We Change NRW“ und thematisiert die gesellschaftlichen und institutionellen Erscheinungsformen von Heterosexismus im Alltag junger Menschen durch musikalische und mediale Auseinandersetzung. Die bisherigen medial erfassten Projekte werden hierbei zu einer „Best Off – Dokumentation“ zusammengefasst werden. Diese dient der weiteren Ideenfindung für verschiedene Gruppenprojekte. Die Inhalte für die Aktionen können grundsätzlich aus allem bestehen, was für die Lebenswelt der Jugendlichen relevant ist und mit dem Thema Heterosexismus zu tun hat (bspw. Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen/queeren Lebensentwürfen in der Öffentlichkeit, Anprangern homophober Sprache oder kritisches Hinterfragen medial propagierter Partnerschaftsmodelle).
Gegenstand der Projektidee ist es, unterschiedliche Lebens- und Spielwelten von Kindern im europäischen und außereuropäischen Raum in der pädagogischen Fachwelt erfahrbar und vergleichbar zu machen und so die Angebots- und Methodenvielfalt von Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit umfangreich zu erweitern. Sie versteht sich als Fortsetzung der Kongress- und Fortbildungsreihe, die der Verband mit dem „Internationalen Spielmobilkongress 2010“ in Essen und dem Projekt „Abenteuer (er)lernen (er)leben (er)greifen)“ in 2012 initiiert und erfolgreich durchgeführt hat.
„Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht, und was er bildet, was er schafft, das dankt er dieser Himmelskraft. Doch furchtbar wird die Himmelskraft, wenn sie der Fessel sich entrafft.“
Friedrich Schiller: Das Lied von der Glocke
„Leute, die sich die Finger verbrennen, verstehen nichts vom Spiel mit dem Feuer.“
Freiheit und Spannung, Abenteuer pur – ist dies möglich inmitten von Köln ohne die Hilfe der großen Freizeitindustrie? Tatsächlich! In der Innenstadt Kölns, mitten in der Südstadt liegt der Bauspielplatz Friedenspark, im Veedel (Viertel) – liebevoll „Baui“ genannt. Das 3.500 Quadratmeter große Außengelände mutet ein wenig wie eine Brache an. Pflanzen wachsen, es gibt alten Baumbestand, Wälle und Hütten laden zum Spielen und Toben ein. Ein Lagerfeuer brennt. Das ist Abenteuer für Kinder!
Der Verein Feuerpädagogik wurde im Dezember 2009 in Dortmund gegründet. Die Mitglieder sind Pädagogen, Feuerkünstler und Feuerbegeisterte, denen die Arbeit mit dem Feuer sehr am Herzen liegt. Begeisterung spielt dabei eine ganz große Rolle – und dieser Funke soll nun überspringen. …
Oberbürgermeister Gregor Kathstede mit Krefelder Spielplatzpaten (Foto: Stadt Krefeld)
Bereits 1991 wurde in Krefeld das Spielplatzpatenprojekt ins Leben gerufen. Initiator war das dortige Jugendamt. Zuvor gab es auf mehreren Spielplätzen verstärkt Konflikte. Überdies waren einige Spielplätze nicht mehr attraktiv. Das Projekt umfasste lange Zeit rund 20 öffentliche Spielplätze. Ab 2004 gab es eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, etwa durch Kontakte zur Presse und regelmäßige stadtweite Plakataktionen. Diese Offensive half entscheidend dabei, die Spielplatzpatenschaften in der Stadt am Niederrhein deutlich zu verstärken. Heute betreuen rund 240 Spielplatzpaten 84 öffentliche Spielplätze. Krefeld hat 170 Spielplätze, d.h. 49,4 Prozent aller Spielplätze haben eine/einen „Kümmerin/Kümmerer“.
ABA-Mitglieder begreifen sich als Solidargemeinschaft. Sie setzen sich in besonderer Weise für die Belange der Offenen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein.
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