ABA-Archiv

Zur Entwicklung der Abenteuerspielplätze: Konjunktur und Perspektiven

Künstler war er – Gartenkünstler – und ab 1940 Professor an der Kunstakademie in Kopenhagen. Zuständig war er zeitweise auch für die Planung und das Anlegen von Spielplätzen und anderer öffentlicher Anlagen in und in der Umgebung von Kopenhagen. Die Rede ist hier von Carl Theodor Sørensen. Es ist kein Zufall, dass auf diesen Gartenarchitekten die frühesten westeuropäischen Abenteuerspielplätze beziehungsweise deren Vorläufer zurückgehen; er stellte Ende der dreißiger, Anfang der vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts fest, dass die von ihm geplanten Spielplätze von den Kindern kaum in der Weise angenommen wurden, wie man sich das in der Planung vorgestellt hatte.

Sind Abenteuerspielplätze noch zeitgemäß?

Diese Frage stellten sich Pädagogen und Pädagoginnen in den letzten Jahren immer wieder. Teils entstand die Frage aus der Unsicherheit über die Attraktivität und Aktualität des Angebots angesichts eines Auf und Ab bei den Kinderbesucherzahlen, andererseits sahen und sehen sich die Einrichtungen immer wieder von Seiten der Zuschussgeber bzw. Träger genötigt, ihre besondere Arbeit zu rechtfertigen.

Der Betreute Spielplatz – Pädagogisches Relikt, zeitgemäßer Spielraum oder unverzichtbarer Lebensraum für Kinder?

Der Betreute Spielplatz (1) ist heute vertrauter Bestandteil unserer Alltagswelt, wenn er auch nicht von allen geschätzt und in den letzten Jahren durchaus kontrovers beurteilt wird. Gerümpel-, Robinson-, Bau-, Abenteuer- und Aktivspielplätze gibt es seit einem halben Jahrhundert (2); die deutschen Plätze können auf eine mehr als 20-jährige Geschichte (3) zurückblicken. (4) 

Was haben Abenteuerspielplätze mit Abenteuer zu tun?

Was macht einen Abenteuerspielplatz pädagogisch zu einem echten Abenteuer – und was unterscheidet ihn von bloßer Risikoinszenierung? Rainer Deimel ordnet den Begriff fachlich ein: Abenteuer als Prozess mit offenem Ausgang, der Selbstwirksamkeit und Risikokompetenz ermöglicht. Unter Rückgriff auf Csíkszentmihályis Flow-Theorie und Antonovskys Konzept der Salutogenese zeigt er, warum qualifiziertes pädagogisches Fachpersonal und ein bewusst gestalteter Erfahrungsraum die Grundlage dafür sind, dass Kinder auf Abenteuerspielplätzen Lebenstüchtigkeit und Resilienz entwickeln können.

Jugendarbeit verkehrt: Thesen gegen die Abwicklung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit durch ihre Fachkräfte

Dieser Artikel fordert die Akteure der Offenen Kinder- und Jugendarbeit heraus: Wird Jugendarbeit in erster Linie als Instrument von Sozialpolitik, Sicherheitspolitik und einer auf Optimierung des Humankapitals ausgerichteten Bildungspolitik beansprucht – unter Mitwirkung „Ihrer“ Fachkräfte?

Mit freundlicher Unterstützung vom Juventa Verlag können wir Ihnen diesen wichtigen Beitrag, der in der September-Ausgabe der Zeitschrift deutsche jugend erschienen ist, im ABA-Netz zur Lektüre anbieten.

Hagener Erklärung zum Thema „Risiko als Spielwert“

Versicherungsträger, PolitikerInnen und Aufsichtspflichtige sind in der Regel bemüht, Situationen für Kinder und Jugendliche „risikofrei“ zu gestalten. Dieses Bemühen läuft vielfach ins Leere. Junge Menschen sind häufig dann am stärksten gefährdet, wenn Behütung und Aufsicht überspannt werden. Risikofreies Leben ist eine nicht erreichbare Utopie. Leben sicher zu gestalten, geht nicht selten mit eigenen Unsicherheiten von PädagogInnen, PlanerInnen, SicherheitsexpertInnen und PolitikerInnen einher und führt in der Praxis von Pädagogik und Planung zu bisweilen kuriosen Erscheinungen.

Offene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (Positionen des ABA Fachverbandes)

Offene Arbeit mit Kindern und Jugendliche ist Jugendbildung, wie sie im Kinder- und Jugendhilfegesetz (1) beschrieben wird. Sie befähigt Kinder und Jugendliche zur Selbstbestimmung und ermöglicht jungen Menschen gesellschaftliche Mitveranwortung. Ebenso regt sie das soziale Engagement der Heranwachsenden an. Wie vor dem Hintergrund gesetzlicher Grundlagen aufgezeigt werden kann (2), handelt es sich bei der Offenen Kinder- und Jugendarbeit keineswegs – wie immer wieder behauptet – um eine „freiwillige Leistung“, sondern um eine pflichtige Aufgabe.

Feuer in der pädagogischen Arbeit

Abstrakte Warnungen wie „Pass auf, das ist heiß!“ bleiben für Kinder oft folgenlos. Erst die konkrete, selbst gemachte Erfahrung schafft echtes Verständnis. Der Umgang mit Feuer eröffnet elementare Bildungsprozesse: Kinder erleben Naturphänomene unmittelbar, entwickeln durch begleitete Selbsterfahrung Risikokompetenz und lernen, Gefahren realistisch einzuschätzen, statt sie nur zu meiden. Dieser Beitrag beleuchtet Feuer als pädagogisches Medium und zeigt, wie Fachkräfte diesen Erfahrungsraum verantwortungsvoll gestalten können.

Abenteuerspielplätze – ohne geht’s nicht!

Bewegungsmangel, steigender Verkehr, wachsender Medienkonsum: Immer weniger natürliche Räume bleiben Kindern zum freien Spielen. Rainer Deimel zeichnet nach, wie aus dieser Entwicklung schon in den 1940er-Jahren die Idee des Abenteuerspielplatzes entstand, und zeigt anhand aktueller Zahlen und des 10. Kinder- und Jugendberichts der Bundesregierung, warum diese Einrichtungen für Bildung, Gesundheit und Entwicklung von Kindern heute wichtiger sind denn je.

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