Die Verhaltensampel ist ein Instrument zur Orientierung im pädagogischen Alltag. Sie macht transparent, welches Verhalten im Umgang mit Kindern und Jugendlichen erwünscht ist, welches nicht akzeptabel ist und welches Kindern schadet und häufig auch rechtlich verboten ist.
Was ist eine Verhaltensampel?
Die Verhaltensampel gilt für alle Personen, die sich in einer Einrichtung, in einem bestimmten Kontext oder im Rahmen eines Projekts bewegen, unabhängig von Rolle oder Funktion. Damit schafft sie eine gemeinsame Grundlage für den Umgang miteinander.
Die Verhaltensampel macht sichtbar, wofür eine Einrichtung steht und welches Verständnis von Verantwortung, Macht, Nähe und Distanz ihr pädagogisches Handeln vorliegt. Sie ist also kein reines Regelwerk, sondern Ausdruck einer gemeinsamen Werteorientierung.
Wie funktioniert eine Verhaltensampel?
Die Ampel unterscheidet drei Ebenen:
- Grün beschreibt professionelles, wertschätzendes Verhalten, das Kinder schützt, stärkt und ernst nimmt.
- Gelb kennzeichnet grenzüberschreitendes Verhalten, das nicht in Ordnung ist. In diesen Fällen haben Kinder ausdrücklich das Recht, sich zu beschweren und Unterstützung zu erhalten.
- Rot markiert Verhalten, das Kindern schadet und häufig strafbar ist. Hier steht der Schutz des Kindes im Vordergrund, ebenso wie das Einleiten klarer Schritte und Hilfsangebote.
Die Verhaltensampel dient somit nicht nur als Orientierung für Mitarbeitende, sondern auch für Kinder, Jugendliche, Ehrenamtliche, Eltern sowie externe Personen. Sie macht transparent, welches Verhalten erwartet wird und wo klare Grenzen verlaufen.
Was gehört noch dazu?
Ergänzend zur Verhaltensampel ist eine klare Benennung von Hilfemöglichkeiten wichtig. Kinder und Jugendliche müssen wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie sich unwohl fühlen, Grenzverletzungen erleben oder Unterstützung benötigen. Beschwerdewege, Ansprechpersonen und Unterstützungsmöglichkeiten müssen verständlich, niedrigschwellig und gut sichtbar kommuniziert werden.
Wichtig ist: Die Verhaltensampel ersetzt kein Schutzkonzept. Sie kann jedoch ein niedrigschwelliger Einstieg sein, um im Team und in der Einrichtung über pädagogische Haltung, Verantwortlichkeiten und Grenzen ins Gespräch zu kommen. Ihre Wirkung entfaltet sie nur dann, wenn sie erklärt, regelmäßig reflektiert und aktiv gelebt wird.
So verstanden kann die Verhaltensampel einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Kinderrechte zu stärken und Kinderschutz im pädagogischen Alltag verbindlich zu verankern.
Ein Beispiel für einen Verhaltensampel kann hier als PDF heruntergeladen werden:
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