Aba-Fachverband
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Spielmobil Tobedüse, Herne

RTEmagicC_Tobeduese_Szene.jpgBeim Spielmobil Tobedüse handelt es sich um eines der frühen Projekte der mobilen Arbeit mit Kindern in Nordrhein-Westfalen. Der pädagogische Wert dieses Angebots wurde in Herne nicht lange nach der Gründung der ersten Spielmobile in Deutschland erkannt: Das Spielmobil Tobedüse ist seit 1980 regelmäßig in der Stadt unterwegs.

Von Anfang April bis Ende Oktober werden in der Woche kontinuierlich vier Standorte im täglichen Wechsel angefahren. Von Anfang November bis Ende März besteht eine regelmäßige Kooperation mit Schulen. Dies lässt einen Ganzjahresbetrieb zu, da neben den Angeboten auf Schulhöfen bei schlechtem Wetter die Möglichkeit besteht, in den Schulgebäuden aktiv zu werden. Die Aktivitäten finden parallel zur Offenen Ganztagsschule autonom statt. Das Spielmobil ist im Sinne Offener Arbeit mit Kindern ein fester Bestandteil der Jugendhilfe in der Stadt.

Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren sind die Hauptzielgruppe; die Grenzen sind nach unten und oben fließend. Seit längerer Zeit kommen auch viele Eltern mit Kleinkindern zum Standort. Die pädagogische Intention besteht unter anderem darin, den Kindern vielfältige Spiel- und Gestaltungsmöglichkeiten als Freiraum bereitzustellen. Kinder können ihr Wohnumfeld erkunden und entdecken, zahlreiche Materialien ausprobieren und somit manuelle Kompetenzen erwerben.

Durch handwerkliche und andere Kreativangebote werden manuelle, motorische sowie kognitive Fähigkeiten unterstützt und entwickelt. Diese sind so organisiert, dass sie ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Gestaltungsfreiheit zulassen. Häufig werden Materialien genutzt, die in jedem Haushalt zu finden sind: Papprollen und -becher, Knöpfe, Wolle, Stoffe usw. Die damit gemachten Erfahrungen bieten die Chance, hier Erlerntes mit minimalem Kostenaufwand zu Hause nachzuahmen und weiterzuentwickeln.

RTEmagicC_Tobeduese2_IMG.jpgKünstlerische Angebote spielen ebenso eine wichtige Rolle. Regelmßig haben die Kinder die Möglichkeit, mit unterschiedlichen Stoffen zu arbeiten. Sie gestalten mit Holz, Speckstein, Ytong und Ton und stellen Mosaiken her; ebenso finden sie Zugänge zu unterschiedlichen Formen der Malerei, des Filzens und anderes mehr. In diesem Zusammenhang wird dem Experimentieren ein großer Stellenwert eingeräumt. Kinder sollen nicht schablonenhaft eingeengt werden; vielmehr wird der Lernerfolg und die Freude der Kinder, die sie bei ihrer Weiterentwicklung erleben, vom Team deutlich festgestellt. Aus diesem Grund wird auch „fertiges“ Konstruktionsmaterial – wie etwa Tausende von Holzklötzen – zur Verfügung gestellt, mit dem die Kinder in relativ kurzer Zeit phantasievolle Großinstallationen bauen können.

Aufgrund der Vielfalt der vorhandenen Optionen erhalten die Kinder mannigfaltige Chancen, eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Handeln zu erlernen, ebenso zu organisieren und zu improvisieren.

Darüber hinaus ist das Spielmobil ein geeignetes Übungsfeld für die Ausweitung sozialer Fähigkeiten und solidarischen Verhaltens. Durch eine wertschätzende Haltung seitens der Mitarbeiter(inne)n erfahren sie Bestätigung ihrer Persönlichkeit ebenso wie Unterstützung bei der Erweiterung ihrer Handlungsfähigkeiten.

Durch die vielfältigen Bewegungsangebote – etwa mit Fahrzeugen, Bällen, Stelzen, Pedalos und anderem mehr – können die Kinder ihrem Bewegungsdrang nachkommen und ihr körperliches Geschick praktisch verbessern. 2007 wurde ein Niedrigseilgarten als zusätzliches Angebot eingeführt; dieser beinhaltet relevante Elemente der Erlebnispädagogik. Das Spielmobil leistet mit dieser Angebotspalette einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung. In diesem Zusammenhang sei auch das gemeinsame Kochen und Essen erwähnt. Auch hierbei spielt die Animation zur Nachahmung – etwa zu Hause oder zu anderen Anlässen – eine entscheidende Rolle.

RTEmagicC_Tobeduese3.jpgDas Team lässt sich beim Angebot an die Kinder konsequent von einer partizipatorischen Grundhaltung leiten: Neben Anregungen durch die Mitarbeiter(innen) sind bei der Entwicklung des „Programms“ auch die Ideen und Vorschläge der Kinder wesentlich. Bedürfnisse und Vorschläge der Kinder finden große Beachtung und spiegeln sich in der Alltagspraxis wider.

Neben Bildung und Gesundheitsförderung fällt die Arbeit der Familienunterstützung immer stärker ins Gewicht. Die Absicht, Familien in ihrem Tun zu stärken, wurde auf hilfreiche Weise durch den öffentlich transparenten Charakter der Angebote unterstützt: Nicht nur das Interesse der Kinder wird geweckt, sondern diese finden auch reges Interesse bei Eltern, Großeltern, Anwohner(inne)n usw. Durch die unterschiedlichen Optionen und Erfahrungsmöglichkeiten haben jene Gelegenheit, einen anderen Blick auf die Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder zu erlangen. Demzufolge ist es konkrete Absicht, Eltern und andere begleitende Erwachsene in die Arbeit einzubeziehen. Die Arbeit entwickelt so eine elternunterstützende Funktion. Eltern erfahren Bestärkung hinsichtlich einer angemessenen und entwicklungsförderlichen Haltung im Umgang mit ihren Kindern. In der Praxis bedeutet dies auch: Eltern nehmen an den Angeboten teil, sie probieren selbst aus und lernen dabei, ihre Kinder besser zu unterstützen.

RTEmagicC_Tobeduese4.jpgNeben der Möglichkeit des Mitmachens (Mitlernens) können soziale Kontakte geknüpft werden, die dazu beitragen, Vorurteile gegenüber anderen Menschen abzubauen. Das Spielmobil leistet insofern einen praktischen Beitrag zur sozialen und interkulturellen Integration.

Kontakt

Spielmobil Tobedüse
c/o Stadtteilzentrum Pluto
Wilhelmstraße 89a
44649 Herne
02325/65 56 57
Mobil 0177.280 01 76
Ansprechpartnerin: Marga Germaine

Der ABA Fachverband begleitet die Arbeit des Spielmobils Tobedüse seit vielen Jahren. Beobachten lässt sich ein beharrliches Bemühen, die Arbeit konsequent weiterzuentwickeln. Zunehmend ist aus Sicht des Verbandes erreicht worden, auch aktuelle pädagogische Erkenntnisse für die Besucher(innen) gewinnbringend in die Praxis umzusetzen. Der in der Regel immense Zulauf von Kindern (und den anderen im Beitrag erwähnten Menschen) bestätigt diese Beobachtung. Beeindruckt zeigt sich der Verband ebenso von der Fähigkeit des Spielmobilteams, theoretische Überlegungen mit der Fortentwicklung praktisch erfolgreicher Arbeit zu verbinden. Der ABA Fachverband ist der Überzeugung, dass das Spielmobil Tobedüse im Kontext der Kinder- und Jugendarbeit in der Stadt Herne eine überragende Rolle einnimmt. Die Arbeit, wie sie sich augenblicklich präsentiert, hätte auf jeden Fall vier Sterne verdient. Die Berücksichtigung zahlreicher fachlich aktueller Qualitätsmerkmale durch das Team, wie das Experiment der Familienunterstützung, der Anregungen der Kinder (Partizipation in der Programmatik), aber auch die wunderbare Umsetzung von Joseph Beuys’ berühmtem Satz „Jeder Mensch ist ein Künstler“ kann den Verband nicht anderes entscheiden lassen, als fünf Sterne (*****) zu vergeben.

Im Zuge einer Umstrukturierung wurde die Offene Kinder- und Jugendarbeit der Stadt Herne auf die vier Stadtbezirke aufgeteilt. So gehört das Spielmobil Tobedüse seit September 2008 zum Stadtbezirksteam Wanne, das im Stadtteilzentrum Pluto angesiedelt ist.

September 2007
Aktualisierung: 22. April 2009
Letzte Aktualisierung: 4. August 2014

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