Das Sozialverhalten, das Kinder auf dem Spielplatz entwickeln, wird zu Fähigkeiten, die bis in ihr Erwachsensein wirksam werden. Studien stellten fest, dass Spielplätze zu den wichtigsten Orten für die Entwicklung der Kinder außerhalb des häuslichen Bereiches gehören.
Die meisten Formen des Spiels sind für gesunde Entwicklung wesentlich, aber freies, spontanes Spiel, wie es auf Spielplätzen auftritt, ist die vorteilhafteste Art des Spiels. Zusammengefasst: Kinder brauchen Begegnung und Bewegung, brauchen Spiel- und Freiräume – Spielplatzpat*innen unterstützen dabei.
Damit Spielplätze bestehen
Damit Spielplätze dauerhaft bestehen, auf Tauglichkeit und Sicherheit kontrolliert werden und ein schönes Spielerlebnis ermöglicht werden kann, kümmern sich verschiedene Stellen um die Instandhaltung. Neben den Betreibern gibt es Ehrenamtliche, die sich um den Platz und das Wohlergehen der Spielenden bemühen: Spielplatzpat*innen.
In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Gemeinde- oder Stadtverwaltung betreuen sie den ihnen anvertrauten Kinderspielplatz.
Spielplatzpat*innen
Als Spielplatzpat*innen werden Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen bezeichnet, die öffentliche oder private Spielplätze über einen längeren Zeitraum hinweg ehrenamtlich und freiwillig betreuen. Spielplatzpat*innen zielen einerseits auf den Erhalt und die qualitative Verbesserung von Spielbedingungen sowie andererseits auf die Initiierung von (Spiel-)Aktivitäten auf Spielplätzen ab. Das beinhaltet nicht nur, erforderliche Reparaturarbeiten zu melden oder kleinere Verschmutzungen zu beseitigen, sondern auch als Ansprechperson zu agieren.
Zudem haben Pat*innen häufig Zugriff auf Spielcontainer, in denen Spielgeräte aufbewahrt sind, und können während ihrer Anwesenheit aktiv zum Spielen anregen. Sie übernehmen damit eine wichtige soziale Funktion und sind gleichzeitig ein Frühwarnsystem, das schnelles Reagieren ermöglicht.
Spielplatzpat*innen-Koordinator*innen
Das Modell ist noch erfolgreicher, wenn in einer Kommune eine hauptamtliche Spielplatzpatenkoordination Pat*innen wirbt und begleitet, für Fragen sowie die Weiterleitung von Anliegen an die Fachämter zuständig ist.
Regelmäßige Präsenz und die Identifikation der Bevölkerung mit ihrem Spielplatz verringern Vandalismus sowie ungewollte Risiken und erhöhen die Besuchsfrequenz. Durch die aktive Einbindung der Gemeinschaft wird sichergestellt, dass die Spielplätze langfristig funktionsfähig bleiben und sich weiterentwickeln.
Rahmenbedingungen
Die Rahmenbedingungen für die Hauptamtlichen sind sehr unterschiedlich: Einzelkämpfer*innen mit 10-40 Wochenstunden, Teams aus 2-3 Personen mit der Möglichkeit des Austauschs, angesiedelt im Jugendamt/ der Jugendförderung, im Grünflächenamt, den Frühen Hilfen, der Spielplatzplanung, im Kinder- und Familienbüro innerhalb der Stadtverwaltung, außerhalb der Verwaltung bei freien Trägern wie Kinderschutzbund oder Falken oder ergänzend in Kombination.
Zu den Kernaufgaben gehören Werbung und Betreuung von Spielplatzpat*innen incl. Organisation und Konfliktfälle, die Erstellung von Konzepten, die Sicherstellung und Weiterentwicklung der Spielplätze, Spielplatz- und Spielraumplanung, die Organisation von Austauschmöglichkeiten, Dankeschönveranstaltungen und Pat*innen-Empfänge sowie die Organisation und Vernetzung innerhalb der Stadtämter und Politik. Dazu kommen die Bewirtschaftung von Festen, Veranstaltungen, Spielplatzetats, Anschaffung von Materialien und Spielgeräten, Infopost/ Newsletter, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kooperationsverträge sowie das Aufstellen von Regeln und Schildern, Beschwerde- und Krisenmanagement, Info- und Schulungsmaßnahmen, etc.
Die Hauptamtlichen können sich auf die Aufgabe der Spielplatzpat*innenförderung konzentrieren oder haben dies zu kombinieren mit allgemeiner Spielplatzplanung, Ehrenamtsförderung, Kinderinteressenvertretung, Familienberatung, Jugendhilfeaufgaben und/oder Kinder-Jugendarbeit, etc.
Fachliche Beratung und Betreuung
Fachliche Beratung und Betreuung erhalten die Spielplatzpat*innen- Koordinator*innen beim ABA Fachverband.
Ein jährlich stattfindender Fachtag an wechselnden Orten in NRW dient seit 2007 der Vernetzung und Fortbildung zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen nach Bedarf, häufig mit externen Referent*innen.
Der ABA Fachverband führte seit 1998 zudem jährlich eine Spielplatzpaten-Konferenz durch, zu der sich neben den Koordinator*innen vor allem die ehrenamtlichen Pat*innen treffen. Die Konferenz wird derzeit durch Onlineformate ersetzt.
Neben der Spielplatzpaten-Konferenz und dem Fachtag für Koordinator*innen organisiert der ABA gezielte Fortbildungen und in unregelmäßigen Abständen Tage der Spielplatzpat*innen mit besonderen Aktionen auf Spielplätzen vor Ort.
Landessprecher*innen
Sprecher*innen der Spielplatzpaten NRW sind Mitglied der Veranstaltungsorganisation, beraten fachlich und sind Schlüsselpositionen zur Vernetzung der Schwarmintelligenz.
Erste Landessprecherin war von 2007-2013 Lotte Lohse. Von 2013 bis 2023 füllte Elfriede Majer diese Rolle aus. Aktuell seit 2023 besetzt Magdalena Widlak diese Position.
Medien
- Informationen zum letzten Fachtag der Spielplatzpat*innen-Koordinator*innen & weiteres Material zum Stöbern unter Rückblick: Fachtag Spielplatzpat*innen-Koordinator*innen, Grevenbroich 30. Januar 2025
- Eine guten Einblick in das bürgerschaftliche Engagement der Freiwilligen für die Gemeinschaft vor Ort bietet ein Filmbeitrag, aufgenommen auf der Landeskonferenz der Spielplatzpaten am 14. November 2015 in Oberhausen
- Sehr anschaulich schildert ein Spielplatzpate sein Engagement im Video: Düsseldorf engagiert sich: „Spielplatzpate“ Sven Kirse
