NAGEL-Redaktion – Linientreu bis in die Haarspitzen

Nicht viel dringt aus dem abgeschotteten Nordkorea. Doch so hoch ist die Mauer des Schweigens wohl doch nicht. Aus Pjöngjang kommt die Kunde, dass Diktator Kim Jong Il seinen männlichen Untertanen befohlen hat, alle 15 Tage zum Friseur zu gehen. Aufgefischt hat diese Meldung der britische BBC-Monitoringdienst, der die nordkoreanischen Medien beobachtet. Er berichtet von einer neuen Kampagne im Staatsfernsehen, die den vielsagenden Titel trägt: Für einen Haarschnitt, der zum sozialistischen Lebensstil passt! Was darunter zu verstehen ist, wird auch erklärt: Männer sollen ihre Haare maximal fünf Zentimeter lang tragen. Bei Männern über 50 darf die Haarpracht zwei Zentimeter länger sein. Wer muss, könne damit lichte Stellen abdecken. Warum das mit der sprichwörtlichen Linientreue so sein muss, beantwortet Pjöngjang gleich mit. Das nordkoreanische Staatsfernsehen berichtet, dass lange Haare die Entwicklung der menschlichen Intelligenz stören. Begründung: Die Energie, die Haare benötigen, um so lang zu werden, würden letzten Endes dem Gehirn fehlen. Damit kein Schlendrian einkehrt, empfehlen die Propagandisten, alle zwei Wochen zum Friseur zu gehen. Wer aber weiterhin durch unkorrekten Haarschnitt auffällt, der soll im Fernsehen mit Foto, Name und Adresse an den Pranger gestellt werden. Über allem aber steht der geliebte Führer Kim Jong Il. Er trägt die Haare oben lang. (Jürgen Polzin in der WAZ vom 14. Januar 2005)
i-Punkt 3-2005

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