Jugendzentrum Glashütte, Köln

RTEmagicC_Schriftzug.jpgJugendzentrum Glashütte(1)

Eine Einrichtung der Jugendzentren Köln gGmbH

„Lieber eingebildet ausgehen, als ausgebildet eingehen.“ (Volksweisheit)

RTEmagicC_glascafe.jpgOffenes, kaum „verregeltes“ Raum- und Kommunikationsangebot

Als Einrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit wollen wir natürlich für unsere Zielgruppe durch Angebote attraktiv sein, die nicht durch schulnahe Zielüberfrachtung pädagogisiert sind. Wichtig sind auch Zeiten und Räume, in denen die Besucher/innen einfach nur „da sein“ können. Unser Ziel ist es darüber hinaus, den Kinder und Jugendlichen auch weitergehende Aktivitäten (verbindliche Gruppenangebote) anzubieten.

HINWEIS:

Die Arbeit des Jugendzentrums Glashütte hat sich mittlerweile stark verändert. Gleichwohl möchten wir die Beschreibung und Bewertung der damaligen Arbeit als gelungenes Beispiel und konzeptionelle Anregung in dieser Rubrik weiterhin aufführen

Gruppenangebote als entwicklungsbegleitendes Lernfeld

Mit der Erfordernis, Kindern und Jugendlichen Entwicklungsräume zur Verfügung zu stellen, ergibt sich die Aufgabe, ihnen Anregungen und Erfahrungen zu ermöglichen. Erfahrung in der Begegnung mit Gleichgesinnten, aber auch mit Andersdenkenden; Erfahrung mit den noch zu entdeckenden eigenen Fähigkeiten und vor allem, dass man etwas bewirken kann und als Person anerkannt wird. Ziel ist die Schaffung eines ganzheitlichen Lebenszusammenhangs, der auch biographisch prägend sein kann. Kindern und Jugendlichen soll eine unmittelbare und sinnliche Wirklichkeitserfahrung ermöglicht werden. Voraussetzung hierfür ist die Vermittlung von neuen und kreativen Lernprozessen.

 

RTEmagicC_goldgrube03.jpgVermittlung von Kompetenzen und Erfolgserlebnissen

Die Kinder und Jugendlichen im Jugendzentrum Glashütte sollen Erfolgserlebnisse haben, die ihnen in der Schule oft versagt bleiben. Hier können sie ohne Stress persönliche Bestätigung erlangen und ihre kommunikativen und handwerklichen Fähigkeiten verbessern. In der Gruppe der Gleichaltrigen (Peergroup) führt dies mit der Entwicklung der persönlichen Kompetenzen zu eigenständiger Identität, verantwortlichem Handeln und zur Entfaltung von Phantasie und Kreativität.

 

RTEmagicC_labyrinth.jpgSozialer und demokratischer Erfahrungsraum

Die Gruppenangebote werden zu einem Ort, in denen gruppendynamische Prozesse ablaufen. Hier werden soziale Kontakte geknüpft und Freundschaften gebildet. Hier können Kinder und Jugendliche lernen, sich einzubringen, beteiligt zu werden, sich durchzusetzen, zu streiten, zuzuhören, andere zu tolerieren, Grenzen und Regeln einzuhalten und Kompromisse zu schließen.

 

Hilfen zur Lebensbewältigung

Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen bei der Bewältigung der veränderten Lebenswirklichkeit zu helfen, sie zu unterstützen und zu fördern. Dazu gehören auch Hilfen bei persönlichen Problemen und Schwierigkeiten. Die Mitarbeiter/innen sind sich der Grenzen des Arbeitsgebietes bewusst. Jugendarbeit ist keine Therapie und auch nicht ausschließlich Sozialarbeit; sie ist vor allem Ort kindlicher und jugendlicher Alltagskultur.

 

RTEmagicC_tast_maschine.jpgBildungsverständnis in unserer Jugendarbeit

Vieles, was derzeit zum Thema Bildung diskutiert wird, zentriert sich auf die PISA-Studie, die aber als Vergleichsstudie primär auf die Verwendbarkeit des Gelernten im Hinblick auf den internationalen Wettbewerb abzielt.

Demgegenüber ist zu verdeutlichen, dass die Offene Kinder- und Jugendarbeit eine eigenständige, lebensweltorientierte Bildungsaufgabe außerhalb der Schule hat und außerschulische Bildung als Lernort einen gleichberechtigten Platz neben formellen Bildungsinstitutionen einnimmt. Wir begreifen Bildung als Suche nach Identität und dem Erforschen der Welt, in der wir leben.

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Leute zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

Antoine de Saint-Exupéry

Die Mehrzahl der Bildungseinflüsse findet in so genannten informellen Bildungsprozessen außerhalb der Schule als situative Bildungsprozesse statt. Die Anliegen der Kinder- und Jugendhilfe – Entwicklung und Erziehung – lassen sich nicht mehr grundsätzlich von denen der Bildung trennen. Daher ist jede schulische Bildung im Rahmen eines wechselseitigen Ergänzungsverhältnisses zwischen formeller und informeller Bildung auf eine Fundierung durch außerschulische Bildungsprozesse angewiesen. Die außerschulische Bildung als Schlüsselkompetenz für das Leben – ein „Finden“ ohne zu suchen im Sinne eines „Heureka-Erlebnisses“.

 

RTEmagicC_turm.jpgDie Mitmach-Ausstellung „PLEASE TOUCH!“: Lernen mit den Händen

Das Angebot „Please touch!“ handelt von Sachen und Sinnen, von Dinosauriern und Fremdem, von Merkwürdigkeiten und Faszinierendem: Von den Dingen und Phänomenen, „die die Welt bedeuten“, in der Spannung von Gestern – Heute – Morgen.

Das Jugendzentrum Glashütte will mit diesem Angebot ein anspruchsvoller Bildungs- und Kulturort für Kinder und Familien werden. Hier sollen interessante Themen und Inhalte mit attraktiven Methoden aktiv und interaktiv erfahrbar und erlebbar werden – ein Ort der Lebenswelterklärung: „A great place to grow“.

Das Angebot „Mitmachausstellung“ ist ein lebendiger Erfahrungsraum, in dem Kinder und Familien Vorrang haben. Sich mit Lust und Neugierde mit aufregenden, informativen, wichtigen Sachen und Phänomenen auseinanderzusetzen, damit spielen und experimentieren. Neues erfahren und freiwilliges Lernen mit Spaß und Spannung – das sind die Merkmale: Lernen mit allen Sinnen und Lernen durch Tun. „Hands on – please touch“ heißen die Schlagworte.

RTEmagicC_kino_02.jpgEine künftige Entwicklungsaufgabe wird der Ausbau der umfänglichen Sammlungen sein, die insbesondere auch von den Porzer Kindern und Jugendlichen organisiert, betreut und aktiviert werden. Denn die Kinder organisieren ihr Bildungsangebot mit, und bei „Please-touch“ ist immer was los! „Volunteers“ sind als ehrenamtliche Teens immer herzlich willkommen. Ein Ort, an dem die Idee der „lebendigen Ausstellung“ durch Selbermachen, Spielen und Gestalten zum positiven, praktischen Erlebnis wird.

Das Leitmotiv dieses Projektes ist es, das gewählte Thema/Phänomen aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und damit später sich selbst und dem Besucher die Vielfalt, Komplexität und spannenden Zusammenhänge des Themas zu vermitteln. Die Ausstellungen sollen vom persönlichen Lebensraum und dem individuellen Blickwinkel weiter über die Wurzeln und Historie bis hin zu den Ursachen und Gründen des Themas führen. Dabei basiert die Ausstellung auf dem pädagogischen Konzept der Selbsttätigkeit und sinnlichen Erfahrung, was auch später der Besucher im Sinne einer Förderung von außerschulischen Bildung erleben soll.

Die Ausstellungsgestaltung übernehmen die Jugendlichen selber. Dazu gehören gemeinsame Aktionen wie Konzeptentwicklung, Recherche, Workshops, Redaktionstreffen, Umbau- und Übernachtungsaktionen sowie Eröffnungsfeier und Ausstellungsbetreuung. Da „sinnliche“ Künste, wie selbst gestaltete Bilder, alte Platten, handschriftliche Texte usw., mit neuen Medien (digitale Fotografie, Videoanimation, Homepagegestaltung usw.) in der Ausstellung kombiniert werden können, bieten sich unzählige Ansätze, Jugendliche zu unterstützen, sich auszudrücken und durch die Zusammenarbeit an einem Produkt soziale und kommunikative Fähigkeiten bei ihnen zu fördern.

Den Jugendlichen wird im „Please touch!“ ermöglicht, mit sich und anderen neue Erfahrungen zu machen, gemeinsam mit Gleichaltrigen mit Stolz „ihre Ausstellung“ zu präsentieren, sodass die Unterstützung ihrer eigenen Identität und das Gefühl „Wir können etwas bewegen“ gefördert werden kann.
Das Ergebnis unserer Arbeit kann man nicht mit hundert Worten beschreiben. Am Besten „erleben“ Sie es selbst – Kommen Sie unsere aktuelle Mit-Mach-Ausstellung „LECKER – die Welt der Ernährung“ besuchen! (www.please-touch.de)

Organisation von „PLEASE TOUCH!“: Bert Gigas
Dipl.Soz.Pädagoge/Spielpädagoge

Kontakt

Jugendzentrum Glashütte
Glashüttenstraße 20
51143 Köln
02203/59 24 97

Ein ehemals riesiges Jugendzentrum hat sich auf den Weg gemacht, seine Arbeit auf beeindruckende Weise fortzuentwickeln. Einzelne Bereiche wurden auf ein zeitgemäßes Maß „zurückgestutzt“. Durch die Vergabe von Räumen an „externe“ Mitnutzer wurden hilfreiche Synergie-Effekte aufgebaut. Nach wie vor dient „die Glashütte“ (1) als „Anlaufmöglichkeit“ für viele. Ein einladendes Restaurant belegt dies. Als echter „Publikumsmagnet“ hat sich das Anfass- und Mitmachmuseum erwiesen. Das Museum firmiert unter der Bezeichnung „Please Touch“ und wurde hier aus Sicht seiner Intention vorgestellt. Empfehlenswert für die ganz besondere Aktion in der Jugendarbeit, aber auch für Schulklassen! Der ABA Fachverband vergibt für die Weiterentwicklung des Jugendzentrums und die Installation der gelungenen Wechselausstellung zum Aktivwerden vier Sterne (****).

(1) Der Name „Glashütte“ rührt von der Straßenbezeichnung her, nicht etwa, weil das Gebäude aus Glas besteht oder dort Glas hergestellt würde.

April 2006
Aktualisierung: 24. November 2010
Letzte Aktualisierung: 1. August 2014

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