Abenteuer Schule, Oberhausen

RTEmagicC_Abenteuer_Schule_01.jpgWenn Schule zum Abenteuer wird

Oberhausener Jugendreferat verbindet Abenteuerpädagogik und Ganztagsschule miteinander

Von Carsten Grün

„Das ist total klasse hier. Ich kann hier zum Beispiel eine Hütte bauen und die Betreuer zeigen uns, wie wir mit Werkzeug umgehen müssen. So was haben wir vorher in der Schule nie gemacht.“ Der Achtjährige ist begeistert. Wenn es nach Ruben ginge, dann würde er am liebsten den ganzen Tag auf dem Abenteuerspielplatz der Adolf-Feld-Grundschule in Oberhausen verbringen. Sinngemäß heißt dieses Angebot für Kinder auch „Abenteuer Schule“. Denn Schule kann Spaß machen, nur muss sie kreativ gestaltet sein.

Die Grundschule in Oberhausens Innenstadt ist eine von bislang fünf Einrichtungen, die einen Abenteuerbereich auf ihren Schulhöfen eingerichtet haben. Im nächsten Jahr kommen eventuell zwei weitere Schulen hinzu. Offenbar hat sich der Wert des Projekts herumgesprochen. Das Bewegen an frischer Luft und das spielerische Lernen sind für die Kinder wichtig. So sieht das auch Hennes Rother, Initiator des Projekts und Leiter des Jugendreferats des evangelischen Kirchenkreises in Oberhausen. „Ein wichtiger Aspekt beim Außenspiel ist unter anderem die Naturerfahrung und das selbstständige Aktivwerden der Kinder. Die Kinder haben die Möglichkeit, eine Hütte zu bauen, naturkundliche Experimente mit einer Biologin zu machen und vieles mehr.“

Grundlage des pädagogischen Konzepts ist, dass Kinder in erster Linie ganzheitlich lernen. Draußen können sie etwas ausprobieren. Sie lernen mit allen Sinnen. Dazu haben sie auf dem Abenteuerspielplatz wesentlich bessere Möglichkeiten, als man die jemals im Innenbereich schaffen könnte. Der Unterricht im Klassenraum kann so was nicht vermitteln. Gezielt will sich „Abenteuer Schule“ damit auch von anderen Projekten im Ganztagsschulbereich abheben. Wenn der komplette Vormittag bis zur Mittagspause in Räumen verbracht wird, dann soll wenigstens am Nachmittag, Spiel, Bewegung, Entdeckung und Kommunikation auf dem Programm stehen.

Auch Sabine Lippek ist vom Konzept Abenteuerspielplatz in der Ganztagsschulbetreuung überzeugt. Sie koordiniert für das Jugendreferat die Arbeit an den einzelnen Schulen und verfügt über langjährige Erfahrung auf Bauspielplätzen. Die Diplom-Pädagogin weiß, worauf es beim Job ankommt. Es geht darum, Interesse bei den Kindern zu wecken, Anreize zu bieten und zum Aktivwerden einzuladen. Besonders freut sie die positive Resonanz der Schüler. „Ja, man merkt, dass die Kinder sich auf unserem Abenteuerspielplatz wohl fühlen und total viel Spaß miteinander haben. Sie haben zum Beispiel in kürzester Zeit gelernt zu hämmern, zu sägen und mit den Materialien umzugehen. Wenn dann die Eltern nachmittags die Kinder abholen und teilweise einige Eltern verblüfft sind, wie glücklich ihre Kinder aussehen, obwohl sie total dreckig sind oder gerade weil sie die Möglichkeit hatten, sich bei uns so auszulassen, dann bin ich davon überzeugt, dass sich dieses Konzept weiter durchsetzen wird.“

Kontakt

Evangelische Jugend Oberhausen
Jugendreferat/Projekt Abenteuer Schule
Hennes Rother, Sabine Lippek
Marktstraße 152
46045 Oberhausen
Telefon: (0208) 85008-48/49
Telefax: (0208) 85008-46

Der ABA Fachverband vergibt für diese Einrichtung der Evangelischen Jugend in Oberhausen vier Sterne (****). Die Verantwortlichen sind mit großem Engagement und überaus zeitgemäßem Konzept in die Arbeit gestartet und bauen diese entsprechend weiter auf. Der Versuch, mit Schulen „auf Augenhöhe“ zu kooperieren, scheint hier am ehesten aufzugehen. Gleichwohl darf dieses vorbildliche Projekt nicht darüber hinwegtäuschen, dass es an Offenen Ganztagsschulen bislang außerhalb von Unterricht bedauerlicherweise lediglich „Billigmodelle“ gibt. Der Politik scheinen gute Worte über Kinder nach wie vor wichtiger, als die Kinder selbst.

 

Schriftliches Konzept zum Herunterladen: Abenteuer_Schule_Konzept

Dezember 2005

Aktualisierung: April 2009 

 

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