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Spielplatzpaten Krefeld

Oberbürgermeister Gregor Kathstede mit Krefelder Spielplatzpaten (Foto: Stadt Krefeld)

Oberbürgermeister Gregor Kathstede mit Krefelder Spielplatzpaten (Foto: Stadt Krefeld)

Bereits 1991 wurde in Krefeld das Spielplatzpatenprojekt ins Leben gerufen. Initiator war das dortige Jugendamt. Zuvor gab es auf mehreren Spielplätzen verstärkt Konflikte. Überdies waren einige Spielplätze nicht mehr attraktiv. Das Projekt umfasste lange Zeit rund 20 öffentliche Spielplätze. Ab 2004 gab es eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, etwa durch Kontakte zur Presse und regelmäßige stadtweite Plakataktionen. Diese Offensive half entscheidend dabei, die Spielplatzpatenschaften in der Stadt am Niederrhein deutlich zu verstärken. Heute betreuen rund 240 Spielplatzpaten 84 öffentliche Spielplätze. Krefeld hat 170 Spielplätze, d.h. 49,4 Prozent aller Spielplätze haben eine/einen „Kümmerin/Kümmerer“.

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Einweihungsfest mit Oberbürgermeister Gregor Kathstede (Foto: Stadt Krefeld)

 

Wer sind die Spielplatzpaten?

Spielplatzpaten sind Personen im Alter zwischen 18 und 80 Jahren – Nachbarschaften, Vereine, Kindertageseinrichtungen, Träger der Jugendarbeit, ein Seniorenclub und zwei Grundschulen mit ihren Ganztagsbetreuungen.

 

Aufgaben

Nicht auf jedem Spielplatz können städtische Mitarbeiter regelmäßig präsent sein. Daher ist die Stadt auf das Engagement und die Mithilfe von Bürgerinnen und Bürgern angewiesen. Spielplatzpaten unterstützen die Stadt maßgeblich, indem sie zum Beispiel regelmäßig den Spielplatz besuchen und eventuelle Schäden melden, kleine Verunreinigungen beheben oder – mit Unterstützung städtischer Mitarbeiter des Fachbereichs Grünpflege – einen Anstrich der Spielgeräte vornehmen.

Spielplatzeröffnung (Foto: Stadt Krefeld)

Spielplatzeröffnung (Foto: Stadt Krefeld)

 Vor allem aber sind sie Ansprechpartner für die Kinder mit ihren Wünschen, manchmal auch für deren Sorgen und Nöte. Ebenso sind sie Mittler bei Interessenkonflikten zwischen Nutzergruppen und Anwohnern. Auf einigen Spielplätzen werden Spielangebote für Kinder gemacht oder Spielmaterialien ausgegeben, die von der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Die Attraktivität eines jeden Platzes erhöht sich für die Kinder deutlich, wenn Roller, Pedalos, Sandspielzeug und ähnliches Spielmaterial ausgegeben werden.

 

 

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Neues Spielgerät im Empfang genommen (Foto: Stadt Krefeld)

Welche Aufgaben haben Spielplatzpaten?

  • Spielplatzpaten verstehen sich als Ansprechpartner für die Kinder und vertreten deren Interessen.
  • Spielplatzpaten sind Mittler zwischen den unterschiedlichen Interessen von Nutzern und Anwohnern.
  • Spielplatzpaten unterrichten die Stadt über Defekte an den Spielgeräten oder andere Mängel auf dem Platz.
  • Spielplatzpaten versuchen, gemeinsam mit den Mitarbeiter/innen der Stadtverwaltung Probleme auf dem Spielplatz zu lösen.
  • Spielplatzpaten können Anregungen und Anleitungen zum Spielen geben; Spielmaterialien ausgeben; Spielfeste und Spielaktionen auf dem Platz organisieren.

 

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Schilder – selbst gemalt (Foto: Stadt Krefeld)

Was bietet die Stadt Krefeld ihren Spielplatzpaten?

  • Die Mitarbeiter des Kinder- und Familienbüros haben für das Anliegen der Patinnen und Paten immer ein offenes Ohr und beraten gerne.
  • Zweimal im Jahr wird ein Erfahrungsaustausch für die Patinnen und Paten organisiert.
  • Jedes Jahr findet eine gezielte Fortbildungsveranstaltung für die Patinnen und Paten statt.
  • Alle zwei Jahre wird ein Dankeschön-Empfang mit attraktivem Programm geboten.
  • Als Ehrenamtler sind die Spielplatzpaten über die Stadt Krefeld versichert.
  • Spielplatzpaten werden in die Planung von Spielplätzen einbezogen.

 

Freude über ein gespendetes Gerät (Foto: Stadt Krefeld)

Freude über ein gespendetes Gerät (Foto: Stadt Krefeld)

Spenden

Jedes Jahr engagieren sich zahlreiche Spielplatzpaten für die Anschaffung neuer Spielgeräte und die Erweiterung des Angebots auf ihrem Spielplatz. Die Bezirksvertretungen unterstützen das Patenprojekt dort, wo es engagierte Frauen und Männer gibt, die ein Auge auf den Platz halten und als Ansprechpartner für die Kinder zur Verfügung stehen.

Noch eine Spende: Die Kinder freut's (Foto: Stadt Krefeld)

Noch eine Spende: Die Kinder freut’s (Foto: Stadt Krefeld)

Auch die Bürgervereine werden von den Spielplatzpaten gerne um eine Unterstützung gebeten und haben sich in zahlreichen Stadtteilen in den letzten Jahren engagiert. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Initiativen und auch Krefelder Firmen, die das Projekt unterstützen. So fließen jährlich zwischen 10.000 und 20.000 Euro in die Ausstattung der Spielplätze.

 

Spielplatzsanierungen

Jährlich werden in Krefeld 500.000 Euro zur Sanierung der Spielplätze aufgebracht. Bei den Teil- und Komplettsanierungen ist die Mitarbeit der Paten als Beobachter und Mittler vor Ort wichtig. Neben dem gemeinsamen Analysieren und dem Sammeln von Ideen wird die konkrete Planung im Verlauf mehrmals mit den Paten abgestimmt.

Gemeinsam von Kindern und Paten gestaltete Wand (Foto: Stadt Krefeld)

Gemeinsam von Kindern und Paten gestaltete Wand (Foto: Stadt Krefeld)

Besonders zu nennen ist eine Teilsanierung in Uerdingen aus dem Jahr 2011, bei der die Patinnen und Paten aufgrund von tatkräftiger Eigenleistung und Spenden-Akquisition fast 1/3 der Kosten selbst gestemmt haben. Die Planung wurde kostenlos von einem Nachbarn – seines Zeichens Spielplatzplaner – übernommen.

 

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Foto: Stadt Krefeld

Spielecontainer

Dort, wo es mehrere Spielplatzpaten gibt, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, einen Spielgerätecontainer gestellt zu bekommen. Der – in der Regel begehbare – Betoncontainer und auch die vielfältigen Spielmaterialien (von Sandspielzeug und Murmeln über Pedalos und Laufräder bis zu Jongliersets) werden von der Stadt gestellt. Die jeweiligen Paten wählen das zum Platz und den Bedürfnissen der Kinder passende Spielmaterial aus dem reichhaltigen Fundus des Materiallagers aus. Zurzeit werden im Stadtgebiet 45 Container bereit gestellt. Jährlich werden drei bis fünf Container neu angeschafft.

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So wird der Platz für die Kinder attraktiver, und auch ein älterer Spielplatz, der heutzutage vielleicht eher unattraktiv ist, wird wieder reizvoller. Der Spielecontainer hat zunächst einmal keine festen Öffnungszeiten. Er wird je nach Wetter und Zeit geöffnet. Die jeweiligen Paten selbst können sich aber auch nach Belieben und Bedarf auf eine feste Öffnungszeit ihres Containers einigen.

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Spielplatzzeitung

Jedes Jahr gibt es eine neue Ausgabe der „Spielzeit“ – einer Zeitung für die Spielplatzpatinnen und -paten. Hierin sind jede Menge Anregungen zum Thema Spielen zu finden. Mit Hilfe der Rubrik „Neuigkeiten von den Spielplätzen“ bekommen die Patinnen und Paten einen Überblick über die Aktivitäten auf anderen, von Spielplatzpaten betreuten Spielplätzen in Krefeld.

 

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Im Rahmen eines ausführlichen Internetauftritts können sich die Krefelder Bürger über die anstehenden Spielplatzfeste informieren. Dabei hat es über die Zeit auch einige innovative Konzepte für Feste gegeben. So wurde im Stadtteil Stratum „Halloween“ gefeiert – mit kleinen Mutproben und einem Parcours durch die ausstaffierten Büsche in der Abenddämmerung. „Spielplatz bei Nacht“ lud die Anwohner eines Spielplatzes in der Innenstadt ein, die sich größtenteils bislang noch nicht kannten, einen netten Abend auf dem Spielplatz zu verbringen. Hierzu waren auch die zuständigen Kollegen des Grünflächenamtes und des Kommunalen Ordnungsdienstes eingeladen. Zudem gab es in Krefeld Spielplatzpaten, die das Organisieren von Geburtstagsfeiern auf dem Spielplatz anboten.

Außergewöhnlich ist das Engagement des Seniorenclubs im Stadtteil Linn, der auf seinem Spielplatz regelmäßig Veranstaltungen bietet – wie Livemusik der „Rentnerband“, ein Theaterstück nach Anregungen von Kindern, ein Spielefest in Kooperation mit den Hauptschülern. Zusammen mit den Hauptschülern aus der Nachbarschaft wurde zudem die hölzerne Burganlage auf dem Spielplatz komplett lasiert.

 

Kuchenbuffet (Foto: Stadt Krefeld)

Kuchenbuffet (Foto: Stadt Krefeld)

Dankeschön-Veranstaltungen

Alle 2 Jahre bedankt sich die Stadt bei ihren ehrenamtlichen Spielplatzpaten. Bislang gab es vier Dankeschön-Veranstaltungen: eine humorige Stadtrundfahrt durch Krefeld, das Kresch-Improvisationstheater rund ums Thema Spielplatz, eine Nachtführung durch den Zoo und ein Blick hinter die Kulissen des Stadttheaters mit anschließendem Besuch der „Rocky Horror Show“.

Foto: Stadt Krefeld

Foto: Stadt Krefeld

Spielplatzpatenkonferenz

Einer repräsentativen Erhebung des ABA Fachverbandes aus dem Jahr 2008 zufolge gab es in Nordhrein-Westfalen mehr als 3.000 Paten, die sich in ihren Gemeinden ehrenamtlich engagieren. An der Spitze standen die Städte Mülheim an der Ruhr und Krefeld. So war es kein Zufall, dass für die Patenkonferenz 2009 Krefeld als Tagungsort ausgewählt wurde. Prof. Klaus Schäfer vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration – heute Staatsekretär in der Landesregierung NRW – würdigte das Engagement der Spielplatzpaten. Jeanette Fich Jespersen, Leiterin des KOMPAN Play Instituts, war eigens aus Dänemark angereist. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Uwe Lersch vermittelte sie wissenschaftliche Erkenntnisse zur Spielplatz- und Spielgeräteentwicklung. Ferner lieferten sie spannende Hinweise zur Situation des Aufwachsens gegenwärtiger Kinder und Jugendlicher.RTEmagicC_Plakat.jpg

 

Anschrift

Spielplatzpaten Krefeld
Stadt Krefeld
Angela Schäfer
Rathaus
Von-der-Leyen-Platz 1
47798 Krefeld
02151/86 32 62

 

Seit Jahren sind die Krefelder Spielplatzpaten im ABA Fachverband aktiv. So beteiligen sie sich regelmäßig an den Veranstaltungen des Verbandes auf Ebene des Landes Nordrhein-Westfalen. Beteiligt sind sie auch durch ihre Koordinatorin, Angela Schäfer, innerhalb des ehrenamtlichen Koordinationsteams der NRW-Spielplatzpaten. Wie bereits im Artikel erwähnt, gehört das Krefelder Patenprojekt nicht nur zu den ganz frühen seiner Art, sondern auch zu den erfolgreichsten. Das Krefelder Spielplatzpaten-Projekt sowie die vor Ort Engagierten bereichern diese Ehrenamtlichen-Szene im Land auf ganz beachtliche Weise. Insofern vergeben wir gern (****) vier Sterne für diese vorbildliche Arbeit.

 

Februar 2012 (de)
Letzte Aktualisierung: 22. August 2014 

 

 

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