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NAGEL-Redaktion – Deutsche Kinder

Der Trend, auf den wir bereits vor geraumer Zeit verwiesen haben (siehe „Kinder, Jugendliche und Gesundheit“ von Rainer Deimel unter -> NAGEL-Redaktion -> Gesundheit von Kindern), setzt sich weiterhin fort.

Bis zu 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen weisen Haltungsschäden auf. Jeder dritte junge Mensch zwischen sieben und 17 Jahren klagt über Kopf- und Rückenschmerzen. Hierauf macht die Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation aufmerksam. Kinder sollten täglich mindestens 45 Minuten Sport treiben (dpa).

An dieser Stelle möchten wir erneut mit Entschiedenheit darauf verweisen, dass die von uns vertretenen Konzepte handlungsorientierter Pädagogik ? beispielsweise Abenteuerspielplätze ? wie keine anderen in der Lage sind, Kinder gesundheitlich zu fördern. Als „Säulen“ unserer Konzepte begreifen wir Bildung, Gesundheitsförderung sowie allgemeine pädagogische Unterstützung, dies zum Teil auch „ersatzweise“ (Stichwort: veränderte Familienkonstellationen). Andererseits erhalten Kinder nach Ansicht von Kinderärzten zu viele Therapien. Sie warnen Eltern, Kinder aus falschem Ehrgeiz behandeln zu lassen.

Die WAZ vom 29. Juli 2003 berichtete: „Jedes vierte nichtbehinderte Kind (27 Prozent) hat nach einer Studie bis zum neunten Lebensjahr mindestens eine Therapie durchlaufen: Ergotherapeuten behandeln Kinder mit Wahrnehmungsstörungen, für Sprachprobleme gibt es Logopäden, für Eingliederungsprobleme Heilpädagogen. Für tatsächlich therapiebedürftig halten Ärzte aber nur zehn Prozent der Kinder. Die Therapie-Nachfrage ist nach Erfahrung nordrheinischer Kinderärzte ungebremst. ´Der Wunsch nach einem möglichst perfekten Kind in dieser schwierigen Welt macht viele Eltern überkritisch´, sagte Verbandssprecherin Dr. Sylvia Schuster. ´Sie gehen bei jeder kleinen Norm-Abweichung ihres Kindes zum Arzt.´ Den Trend kritisiert auch Prof. Hans Georg Schlack, Leiter des Bonner Kinderneurologischen Zentrums: ´Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr in Ruhe groß werden. Der Leistungsdruck beginnt schon im Kindergarten. Doch wenn man ein Kind ständig betuttelt, bespielt und betherapiert, dann hemmt dies die eigenständige Entwicklung.´ Schuster warnt: ´Wird ein gesundes Kind zum Therapeuten geschleppt, dann wird dem Kind vermittelt: Du bist nicht wie andere. Das kann leicht zu Minderwertigkeitskomplexen führen.´“ Auch für solche Kinder könnten die Konzepte handlungsorientierter Pädagogik ein Segen sein. Aber: Wie sag´ ich´s „meinen Eltern“? Und wie bekomme ich Politik und Verwaltung endlich dahin, den Empfehlungen des 10. Kinder- und Jugendberichts (Bonn 1998) zu folgen, die besonders kindgerechten Konzepte „flächendeckend zu verstärken“? Der Kommentar der WAZ zu „unnötigen Therapien“ kann abgerufen werden über versandarchiv@ABA-Fachverband.org – Stichwort: „Unnötige Therapien- Archiv 2003“. Empfohlen sei an dieser Stelle erneut das Buch „Nachdenken über Zappelphilipp ? ADS ? Beweg-Gründe und Hilfen von Eckhard Schiffer (Beiratsmitglied im ABA Fachverband) und Heidrun Schiffer. Die AutorInnen kommen unter anderem zu dem Schluss, dass Abenteuerspielplätze ? im positiven Sinn ? wirksamer als Ritalin sind (Weinheim/Basel 2002).

i-Punkt 9-2003

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